Bei der Bestandsaufnahme haben Lilienbeckers die aktuelle Situation des Naturparks Kyffhäuser analysiert und vorhandene Studien, Konzepte und Unterlagen ausgewertet, die für den Naturpark Kyffhäuser relevant sind.
Die Ergebnisse sind in die SWOT-Analyse eingeflossen, die vor kurzem vorgelegt wurde. SWOT ist die englische Abkürzung für Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken.
Hier möchten wir Sie über die wichtigsten Ergebnisse in Kurzform informieren:
Stärke: Herausragende Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz
Der Bereich des Helme-Stausees ist ein internationales Vogelschutzgebiet. An den Gipskarsthängen des Kyffhäusergebirges bei Bad Frankenhausen befindet sich das artenreichste Gebiet Thüringens: Über 20 seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten leben hier, für deren globalen Erhalt Thüringen eine be- sondere Verantwortung trägt.
Stärke: Erhalt und Entwicklung der einmaligen Kulturlandschaft
Die Beweidung durch Schafe, Ziegen und Rinder sichert im Naturpark den Erhalt der wertvollen Lebensräume. Zusätzliche Pflegearbeiten in Form von Entbuschungen wurden über Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Landschaftspflege-Firmen sowie über das Naturschutzgroßprojekt “Kyffhäuser” und die LIFE-Projekte “Binnensalzstellen” und “Steppenrasen” realisiert.
Stärke: Vorbildliche Umweltbildung
Mit Projekten zur Umsetzung der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und dem „Junior-Ranger-Programm“ begeistern die Mitarbeiter der Naturparkverwaltung Kinder und Jugendliche für die Natur. Darüber hinaus werden geführte Wanderungen, Vogelbeobachtungen, Erlebnistage, Exkursionen und Vorträge angeboten. Erwachsene werden über das „Freiwilligenprojekt“ an die Anliegen des Naturschutzes herangeführt.
Schwäche: Informationsbedarf bei den Bürgern
Die Menschen in der Region brauchen noch mehr Informationen darüber, was der Naturpark Kyffhäuser ist und welche Aufgaben er hat. Um die Menschen zu erreichen, muss ein geeignetes Kommunikationsmittel (Brief, Faltblatt, Vortrag oder Zeitung?) entwickelt werden.
Schwäche: Potential des Naturtourismus noch nicht ausgeschöpft
Der Natururlaub gehört zu den beliebtesten Urlaubsformen der Deutschen. Davon könnten die touristischen Anbieter im Gebiet mehr profitieren. Dazu sollte der Naturpark als Ziel für Touristen stärker in Wert gesetzt werden.
Chancen: Neue Lust auf Natur
Immer mehr Menschen sehnen sich nach intakter Natur und Natürlichkeit: Weltweit verzeichnen die Naturparks steigende Besucherzahlen. Zuwachs gibt es auch beim Wan- dern, wie zum Beispiel auf dem zertifizierten Kyffhäuserweg. Außerdem liegen Naturprodukte und Gerichte aus der Region voll im Trend.
Risiko: Weiterer Rückgang der Bevölkerung zu erwarten
Nach Vorausberechnungen des Statistischen Landesamtes wird die Bevölkerung in der Region bis zum Jahr 2020 weiter abnehmen. Ändern wird sich auch die Bevölkerungsstruktur: Es wird weniger junge und viel mehr alte Menschen geben. Dadurch wird das Angebot an öffentlichen Dienstleistungen in den Orten weiter zurück gehen und der Bedarf an öffentlichen Einrichtungen und Angeboten wird sich verändern.
Risiko: Klimawandel hat Auswirkungen
Die Klimaforscher halten es für wahrscheinlich, dass es im Gebiet bis zum Jahr 2050 höhere Temperaturen (+1,5 Grad Celsius) geben wird. Mehr Sonne und weniger Regen im Sommer und Herbst, dafür mehr Niederschlag im Winter seien zu erwarten. Das wird Auswirkungen auf die Pflanzen- und Tierarten so- wie die Forst- und Landwirtschaft haben.